Perspektivenvielfalt meint nicht Beliebigkeit.

30. Oktober 2016

Der durch Donald T. und andere sgn. Populisten auf die Spitze getriebene Beliebigkeit incl. durch „Erfindung von Fakten“ (postfaktische Befindlichkeitsdenken) zwingt mich, meine Überlegungen zum wenig hilfreichen Streit über >richtig / falsch<; >wahr / unwahr selbstkritisch zu relativieren.
Das Befragen, das Hinterfragen von Behauptungen auf die dahinter liegenden Annahmen, Bewertungen von Beobachtungen und Erfahrungen muss natürlich Element eines aufklärenden Dialogs sein.  An die Stelle eines Wahrheitskriegs wünsche ich mir den „fröhlichen Streit“, um aus dem wechselseitigen Verstehen des Anderen  zu gemeinsamen Erkenntnissen zu gelangen.
So teile ich die Überlegungen von Georg Cavallar (Der Standard, 29.,30. Oktober, S47): „Eduard Kaeser warnte unlängst in der Neuen Züricher Zeitung davor, dass die „Bewirtschaftung von Launen“ zum „gefährlichen Zustand erkenntnistheoretischer Verantwortungslosigkeit“ und zu einer Unterminierung von Aufklärung, Wissenschaft und demokratischen Rechtsstaat führe. In diesem soll es unterschiedliche Meinungen, Befindlichkeiten und Interpretationen geben, aber sie sind durch einen selbst und durch andere auf ihre Legitimität zu prüfen. (…) sonst verkommt eine Gesellschaft zu sektenähnlichen Gruppierungen, deren Mitglieder sich gegenseitig in ihren Vorurteilen und Befindlichkeiten bestätigen“.
Vor dieser Gefahr sehe ich mich, sehe die sgn. Liberalen Eliten nicht gefeit.