FĂŒhren im und nach dem Krisenmodus
Einige Beobachtungen und Erkenntnisse, die sich auch fĂŒr die Zukunft empfehlen:
- Nichts ist in Stein gemeiĂelt – Undenkbares wird denkbar. Kluge Paradigmenwechsel werden Teil der Aufgabe von FĂŒhrung.
- Das Umfeld, der Kontext (worin die Organisation sich bewĂ€hren, ĂŒberleben muss) wird verstĂ€rkt zum bestimmenden Faktor fĂŒr Entscheidungen. Stabile innere Annahmen (âso machen wir das bei unsâ) werden befragbar.
- Das Arbeiten mit Szenarien, die Reflexion von âSituationspotenzialenâ könnten Teil von (wöchentlichen) ânormalenâ Managementmeetings werden.
- KĂŒhne SprĂŒche, wie âKoste es was es wolleâ sind einerseits Richtung gebend (kurzfristig beruhigend) und lösen andererseits Grenzen auf. Damit keine falschen Erwartungen entstehen und Beliebigkeit in die stabile Steuerungswelt der Organisationen einzieht, zwei Empfehlungen:
- (RĂŒck-) Besinnen auf und ĂberprĂŒfen des Sinns des Unternehmens (was ist unser Purpose?). Was lĂ€sst sich an Orientierung nach wie vor daraus ableiten, oder muss ein neuer âSinnâ entwickelt werden?
- Die Auswirkungen (Chancen und Risken) neuer Paradigmen und EntscheidungsprĂ€missen In interdisziplinĂ€ren und funktionsĂŒbergreifenden Dialogforen ĂŒberlegen. Organisationen mĂŒssen keine Gefahren abwenden, sondern diese in Risikofragen und daher in Risikomanagement umwandeln.
Siehe mein Blog: Leadership bei Gefahr und Risiko – https://redmont.biz/2020/06/04/leadership-bei-gefahr-und-risiko/
- Ungewissheit charakterisiert nicht nur Pandemien, sondern ist das Kennzeichen aller komplexen Situationen. Und wie man sieht, kann man daraus GestaltungsfĂ€higkeit, Anregung, KreativitĂ€t beziehen. Das wusste schon Pippi Langstrumpf: âDas habe ich nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffeâ
- Erfolgreiche KrisenbewĂ€ltigung und hohe ProduktivitĂ€t wurde in jenen Organisationen festgestellt, in denen schon vor dem Februar 2020 Interesse, Nachfragen, WertschĂ€tzung einfach zur NormalitĂ€t des Miteinanders und zur FĂŒhrung gehörten. Wo jedoch schon vor Corona eher ein anderer FĂŒhrungsstil âgepflegtâ wurde, in denen z.B. Micromanagement das Miteinander bestimmte, sank die ProduktivitĂ€t in diesen Monaten erschreckend stark. Es entstand keine neue Form der Kooperation. Ein PhĂ€nomen, das mich erstaunte.
- Das Thema âNachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortungâ als unternehmerische Aufgabe wurde vom Virus nicht verdrĂ€ngt, im Gegenteil, es hat an Bedeutung gewonnen.





