Digitale Transformation mit BewÀhrtem bewÀltigen
Ein Ergebnisbericht aus einem Workshop mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen
Sinn klĂ€ren und vermitteln â Akzeptanz ermöglichen â Interdependenzen verstehen und gestalten sind SchlĂŒsselfaktoren fĂŒr erfolgreiche Unternehmensentwicklung und das gilt noch viel mehr fĂŒr
Digitale Transformationen.
Digitale Transformationen scheitern nicht â weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Das ist nicht ironisch gemeint, sondern verdeutlicht, was sich nun hinter dem so gĂ€ngigen Sager âwir mĂŒssen die Herausforderung bewĂ€ltigenâ verbirgt. FĂŒr Unternehmen ist es selbstverstĂ€ndlich, Herausforderungen – mehr oder minder gut  – zu meistern, sonst wĂŒrden sie nicht mehr bestehen. Auch digitale technologische VerĂ€nderungen â man nannte sie nur anders â wurden in den letzten 50 Jahren erfolgreich umgesetzt. Automatisierungsprozesse in der Produktion und Logistik, der Abwicklung von Dienstleistung, die EinfĂŒhrung von SAP fĂŒr die betriebswirtschaftliche Steuerung haben sich â wenn auch nicht friktionsfrei â etabliert. Die angekĂŒndigten Revolutionen 2.0 und 3.0 sind im Unternehmensalltag angekommen. Mit 4.0 wird eine andere QualitĂ€t der VerĂ€nderung vermutet, erhofft, befĂŒrchtet. Das Innen (Strukturen, Prozesse, FĂŒhrung, Kompetenzen, Mindset) kommt mit dem Tempo des AuĂen kaum mehr nach. Einige Branchen vermuten, dass sie mit ihren bewĂ€hrten GeschĂ€ftsmodellen so nicht ĂŒberleben werden. Und selbst jenen Unternehmen, denen es gelungen ist, die Entwicklung zu gestalten und ihr nicht hinterher zulaufen, bleibt die Ungewissheit das BestĂ€ndige.
Man hat erkannt, dass es mit der Optimierung der bestehenden digitalen Logik allein zu wenig ist, um auf die VerĂ€nderungen am Markt (neue Kundenerwartungen, neue Konkurrenten mit neuen GeschĂ€ftsmodellen, âŠ) zeitadĂ€quat reagieren zu können. Eine Erkenntnis, die emotional wenig beruhigt, denn sie bedeutet, man muss an alle Dimensionen und Aspekte des Unternehmens und seiner Steuerung ran.
Wie radikal auch immer, es muss gelingen, will man weiter bestehen.
Die Art und Weise, das Wie des Transformationsprozesses kann und darf scheitern, man muss nur daraus â mit einer gewissen Gelassenheit –Â lernen, dann bewegt man sich auf der sicheren Seite.
Die Wahrscheinlichkeit von FehleinschĂ€tzungen, Ăbersehen von Schwierigkeiten, Treffen falscher Weg-Entscheidungen, vergeblicher Einsatz alter Changekonzepte ist hoch, denn die 4.0 Transformationen bewegen sich immer im Terrain hoher Ungewissheit
Das liegt aber selten an den neuen Technologien, den neuen Applikationen, der IT, den neuen Robotern, das liegt nicht am Digitalen.
Das liegt am Analogen, am teilweise nicht skalierbaren der Unternehmenskultur, am Verstehen können und wollen, am Herz und Hirn der Beteiligten, das liegt an der Kommunikation und Kooperation, das liegt am Was und Wie der FĂŒhrung.
Digitalisierung braucht Informatikerinnen, Softwareachtikten, Ingenieurinnen, die Innovation von IT-Abteilungen. Die Transformation aber braucht das Zusammenwirken der âTechnologinnenâ mit anderen Expertisen und Playern.
Die technologische KreativitĂ€t muss durch die Fragen nach dem Sinn der Entwicklung, der âArbeitâ an der Akzeptanz und dem Erkennen und Verstehen von Interdependenzen eingehegt und zugleich befruchtet werden.
Es sind vier Fragen, die mit möglichst vielen Akteur*innen und Kund*innen zu bearbeiten sind, soll der Prozess gelingen:
- Was ist – weiterhin und in Zukunft – der Sinn unseres Unternehmens?
- Zu welchen Kundenproblemen wollen wir Lösungen anbieten und wie kann Digitalisierung zur Realisierung beitragen?
- Wie mĂŒssen wir den Prozess der Transformation gestalten, um die Herzen und Hirne der Betroffenen zu erreichen und zu gewinnen?
- Wie erkennen wir die unausweichlichen Wechsel- RĂŒck- und Nebenwirkungen der Unternehmensdimensionen und wie ist das Zusammenwirken neu zu gestalten?
Werden diese Fragen erst nach der Optimierung der IT, der Arbeit an den Prozessen, Daten und Algorithmen behandelt, hat man sich mit gröĂter Wahrscheinlichkeit unnotwendige (im wahrsten Sinn des Wortes) Probleme und komplexe Dynamiken eingehandelt, die den Transformationsprozess belasten, erschweren und verteuern werden.
Die eigentliche Transformation ist die soziale und kulturelle.
